Ziele

Es geht auch anders!
Die immer gleichen Wege gehen und die immer gleichen Optionen sehen? Menschen über und unter uns. Hierarchien und Grenzen. Grenzen in Handlungsmöglichkeiten, in der Realität, im Kopf und auf der Straße. Zwischen Menschen und Ländern. Beim Leben stoßen wir viel zu oft auf die Grenzen der kapitalistischen Realität und weil wir uns nicht unmündig und resigniert einengen lassen wollen, suchten und suchen wir nach Alternativen. Mit Unser Haus e.V. und dem Kollektiveigentum „Am Katzenstadel“ ist damit eine Utopie und Vision real geworden und lässt Raum zum ausprobieren, träumen und selbstbestimmt sein.
Wir versuchen innerhalb der (post)demokratischen und kapitalistischen Gesellschaft mögliche Alternativen zu erproben und zu (er)leben. Abseits von Ellenbogen-Mentalität, Gegeneinander und Ausbeutung, wollen wir eine Gemeinschaft bilden, die von Solidarität und kollektiven Ansätzen getragen wird.
Ein großer und dem Projekt durch die Struktur immanenter Aspekt ist, dass wir in Selbstverwaltung unsere eigenen Mieter*innen und Vermieter*innen sind und so eine Hierarchiestufe aufgelöst haben. Die Entscheidungsfindung im Konsens erfüllt unseren Anspruch, dass alle gehört werden und niemand übergangen werden kann. Jede*r ist für die Gemeinschaft wichtig, zufriedenstellende Lösungen für alle können nur zusammen gefunden werden.

Antwort auf Mietwahnsinn
Doch wie lassen sich Lösungen für große gesellschaftliche Probleme finde? Die Mietproblematik ist offensichtlich und schon oft klar benannt worden: Steigende Mieten und Immobilienspekulationen führen dazu, dass sich Menschen ihre Wohnungen oder Städte nicht mehr leisten können. Viele Kapitalanleger*innen investieren wegen der Finanzkrise und der enormen Renditen in vermeintlich „sichere“ Immobilien. Das treibt die Preise in die Höhe.
Staatliche Versuche, die meist nur als Symbolpolitik interpretiert werden können, bringen keine Erfolge und lassen die Menschen mit ihren Sorgen alleine. Der Staat verkauft Sozialwohnungen, benachteiligt Arbeitgeber*innen, welche Angestellten bezahlbaren Wohnraum anbieten, durch erhöhte Lohnsteuer (geldwerter Vorteil) und berechnet Erbschaftssteuer am tatsächlichen Wert einer Immobilie und nicht an tatsächlichen Einnahme, sodass Vermieter*innen in München nach einem Erbfall günstigen Mieten gar nicht halten können. Auf der anderen Seite kaufen große Firmen Wohnraum auf, modernisieren, entmieten systematisch und erhöhen die Preise. Der Kauf von 30.000 Wohnung in Bayern durch die Patrizia AG aus Augsburg von der Bayern LB ist dabei ein besonders beunruhigendes Beispiel, das aufzeigt, dass Wohnungen nicht nur meistbietend verkauft werden dürfen. Ein entsprechendes Gebot kann nur abgeben, wer dieses durch hohe Mieten refinanziert. Geld arbeitet ja schließlich nicht, Menschen arbeiten. Hier hätte eine Bevorteilung von Kommunen und Städten oder Projekten mit guten Konzepten einen Mehrwert für die Bewohner*innen geboten. Grundsätzlich darf das Grundbedürfnis nach Lebensraum nicht in der kapitalistischen Verwertungslogik untergehen und primär der Gewinnmaximierung der einkommensstarken Eliten dienen. Auf diese Zustände und Probleme gilt es zu reagieren und Lösungen zu suchen.
Unser Ziel ist es uns dem Problem selbst anzunehmen und den steigenden Mieten und Immobilienspekulationen in Augsburg entgegenzutreten. Wir möchten als mündige Personen selbst unsere Umgebung und unsere Stadt mitgestalten und Probleme anpacken, statt auf eine Parteipolitik zu warten, die selbst nur wartet.

Unser Weg
Um dies zu erreichen haben wir in Augsburg ein Haus gekauft, entprivatisiert und bewusst dem Immobilienmarkt entzogen. Unsere Absicht dabei ist es, bezahlbaren Wohn- und Lebensraum zu schaffen, der auf Selbstverwaltung und Solidarität aufgebaut ist. Dabei werden alle Planungen, Entscheidungen, aber auch Sanierung und Instandhaltung soweit möglich von uns selbst getragen. Ein gemeinschaftliches Leben mit Hierarchiefreiheit ist uns gleichermaßen wichtig, wie einen Platz für politische, soziale und kulturelle Aktivitäten und Projekte zu schaffen. Die dauerhafte Abwesenheit privater Gewinninteressen am Wohnraum ist durch ein Vetorecht des Mietshäuser Syndikat bei geplantem Verkauf der Immobilie gesichert.

(tl;dr) Kurz und knapp: Wir wollen die freie und schöne Welt für alle. Es braucht Raum für Ideen und Alternativen. Wir sind eine bunte Antwort auf die Frage danach, wem die Stadt gehört.

 

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