statusmitteilung Polizeieinsatz am 14.08.18

Polizeieinsatz am linken Hausprojekt am Katzenstadl in Augsburg,

oder

„Auch schwäbische Bullen haben noch viel dazu zu lernen…“

Am Dienstag Abend den 14.08. bot sich Beamt*innen der Augsburger Polizei die Gelegenheit ihren Kenntnishorizont zu erweitern. Nachdem am enstehenden linken Hausprojekt am Katzenstadl 22 den Tag über ein weiteres Mal durch Aktivist*innen auf der Sanierungsbaustelle gewerkelt wurde, entwickelte sich zum Abend hin eine gemütliche Runde an der etwa 20 Aktivist*innen und deren Freund*innen teilnahmen. (Hierbei handelt es sich um ein Mietshäusersyndikatsprojekt, das Grundstück und die beiden Häuser befindet sich von daher im offiziellen Eigentum des am Abend anwesenden Vereins und seiner GmbH) Gegen 21:30 Uhr wurde diese jedoch durch eine Streife der Augsburger Polizei gestört. Nachbarn hätten diese alarmiert, da sich mutmaßlich Unbefugte auf dem Grundstück aufhalten würden. Alle vernünftigen Klärungsversuche durch Vereinsmitglieder schlugen fehl und binnen einiger Minuten stand bereits die zweite Streife bereit. Was auf vielen anderen Baustellen wohl kein Problem und nach 5 Minuten aus der Welt schaffbar gewesen wäre, führte in diesem Falle zur Forderung der Personalien jeglicher „Verantwortlichen“ sowie von Personen welche sich angeblich auf dem Gerüst des Hinterhauses des Gründstückes aufgehalten haben. Als sich die Aktivist*innen weigerten auf ihren eigenem Grundstück ihre Personalien abgeben zu müssen, um die Ermittlungen in Sache Hausfriedensbruch am eigenen Grundstück – gegen sich selbst – zu unterstützen und nach dem Hinweis, dass von eigener Seite, also von Seite der Eigentümerin keine Strafverfolgung erwünscht ist, drohten die Einsatzkräfte indirekt mit Räumung. So „würden alle Anwesenden ansonsten die Nacht im Präsidium verbringen“. Noch während einer den Aktivist*innen von der Polizei eingeräumten Besprechungszeit (Plenum) rückte Stück für Stück massive Verstärkung an. Schließlich fanden sich 3 Wannen und drei weitere Streifen vorm Hausprojekt ein. Erst nach minutenlangen weiteren Diskussionen ließen sich die Einsatzkräfte dazu bewegen sich im Internet über die Eigentumsverhältnisse schlau zu machen, und siehe da: Auch einem bunten Haufen alternativer Menschen kann ein Grundstück in der Stadt gehören. Nach weiterer ermüdender Diskussion konnte die Polizei unter vorzeigen einiger Baupläne schließlich auch davon überzeugt werden, dass das ebenfalls AUF DEMSELBEN Grundstück befindliche, gleiche Hausnummer besitzende Hinterhaus tatsächlich auch zum Projekt gehört. Abschließend zeigten sich dann sogar die Einsatzkräfte positiv überrascht davon, dass es Alternativen zu Miethaien und Luxussanierungen gibt. Unsere Aussage, dass leider kein Wohnplatz im Projekt mehr frei sei, nahmen diese enttäuscht zur Kenntnis und fuhren nach ca. einer dreiviertel Stunde geknickt wieder ab.

Wir freuen uns sehr zur Erweiterung des Horizonts der schwäbischen Polizei beigetragen zu haben.
Jedoch möchten wir auch darauf hinweisen, dass solche Einsätze selbstverständlich für die Betroffenen purer Ernst sind und/oder werden können.
Wir stellen uns entschieden gegen jeglichen übertriebenen, einschüchternden, schikanierenden und drohenden Einsätze der Staatsmacht.

Schafft Freiräume, enteignet die Häuser und zeigt der Gesellschaft, dass eine andere Zukunft möglich ist.

Die Aktivist*innen des Hausprojekts am Katzenstadl 22

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